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Der Rennbericht: GT24ERS / MiniZ Limbach, 09.09.2017

Sommerpause beendet! Endlich geht’s wieder weiter!

Zum 3. Lauf der MiniZ/GT24ERS Rennserie im Osten rief der Serienverantwortliche zur längsten Bahn des Rennzirkus, auf die 45-m-Strecke von Jens Wagner nach Limbach-Oberfrohna.

Sagenhafte 22 Starter folgten dem Ruf und fanden sich im Lauf des Vormittags an der Bahn ein. Und wer jetzt gedacht hatte, Meißen oder Falk wären wieder die ersten vor Ort….. denkste! Der Berichterstatter machte sich am Morgen des Renntags in einem Anfall von akuter seniler Bettflucht zu nachtschlafender Zeit um 07:30 Uhr auf den Weg und war doch tatsächlich 45 Sekunden vor dem Bahnbetreiber da! Na ja, nicht wirklich, denn Jens gestand mir, dass er um viertel Fünf (für Wessis: Viertel nach Vier!) schon an der Bahn stand um zu trainieren.

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Nach und nach trudelten dann auch die anderen Fahrer ein, so aus Lauchhammer, Dohna, dem Voooochdland und auch André aus Leipzsch gab sich die Ehre.

Die Bahn von Jens war in einem hervorragenden Zustand, Grip von der ersten Runde an und Zeiten, die bei den Topfahrern sofort im Bereich der 8,0 bis 8,1 angesiedelt waren.

Um 10.00 Uhr schaltete Jörg dann kurz die Bahnspannung ab und hielt seine obligatorische Ansprache: Willkommen bla bla, Freies Training bla bla, Mittagessen (wichtig!), Quali bla bla, Rennstart bla bla, Ende offen bla bla…..kennt man ja, zumindest die Altgedienten.

Wichtig war sie dann aber doch, die Ansprache, denn es waren insgesamt 5 (!) „neue“ Rookies dabei, die ihr erstes echtes Rennen absolvieren wollten. Dabei drei Youngster U15, einer sogar U10 (früh übt sich) und einer Ü100… äh… Entschuldigung Ü40 natürlich! Papa und Sohn Grobe aus Ortrand, wobei der Name keineswegs für den Fahrstil stammt sowie Paul-Louis, den ich hier aus tastaturtechnischen Gründen Paul nennen werde, Jona und Tristan, die Nachwuchsfahrer, die mit den Dohnaern angereist waren. Dazu kamen dann noch Michelle, Dominik und Julian aus der Limbacher Fraktion, die ihre zweite Rookie-Saison absolvieren und quasi schon alte Hasen sind. Das sollte sich später im Rennen auch zeigen. Toll, dass der Nachwuchs so stark vertreten ist, das lässt für die Zukunft unseres Sports hoffen (wenn nicht irgendwann doch das Testosteron den Hormonhaushalt der Jungs die Oberhand gewinnt).

Um kurz vor 11 Uhr traf dann auch Stefan als Vertreter der Le Mans Racer ein. Spätaufsteher eben….

Die besten Trainingszeiten pendelten sich dann nach und nach bei 8,0 ein bis um 11:30 Jens an die Bahn trat und nach kurzer Aufwärmphase mit einer 7,855 die bisher gefahrenen Zeiten regelrecht pulverisierte.

Zum Mittagessen gab es Nudelsalat mit Wiener und belegte Brötchen, alles wie immer sehr lecker! Davon wurde dann auch noch am Abend gezehrt, da sich der Renntag wegen der Fahrermasse doch arg in die Länge ziehen sollte. Vielen Dank an die Chefin des Hauses.

Pünktlich um 13 Uhr rief Falk zur Abnahme. Nach einigen Nachbesserungen, was Spurbreite und Gewicht anging, kamen dann doch alle durch.

GT24ERS

In der Quali war Kay früh dran und legte gleich mal eine 8,048 vor. Die sollte dann auch halten bis Jens, wie zu erwarten, eine 7,909 fuhr, die niemand mehr überbieten konnte. Insgesamt fuhren 7 Starter unter 8,1, was die unangenehme Folge hatte, dass die hohen 8,0er Zeiten von Rolf und Stefan nur für die zweite Startgruppe reichen sollten. Die Überraschung des Tages war Julian, der als letzter die Quali fuhr, mit einer 8.032 hinter Jens die Vizepole erreichte. Klasse! Ich denke, in der nächsten Saison wechselt er wohl in die „Fortgeschrittenengruppe“. Aber es gab noch eine weitere Überraschung, allerdings in die andere Richtung: Falk fuhr für seine Verhältnisse unterirdisch auf Platz 12.

Die erste Startgruppe gewann Oldie André erwartungsgemäß souverän mit 10 Runden Vorsprung vor Jona Schürer. Dahinter auf den Plätzen Tristan und Paul vor Lennart und Vincent. Respekt vor Küken Vincent, der sich nicht hat abhängen lassen und mit nur knapp 4 Runden Rückstand auf seinen Vater das Rennen beendet. Für einen Neunjährigen in seinem ersten Wertungsrennen eine großartige Leistung.

In der zweiten Startgruppe lieferten sich Falk, Michelle und Dominik zunächst ein Kopf an Kopf Rennen. Nach dem 3. Turn hatte sich Falk dann aber mit 4 Runden abgesetzt. Thomas rollte das Feld von hinten auf, er gewann die Gruppe mit 215 Runden, woran sich alle aus der dann folgenden dritten Startgruppe bis auf Rolf die Zähne ausbeißen sollten.

Die dritte Gruppe begann relativ ausgeglichen, nur Holger hatte mit seinem Zanardi BMW ziemliche Probleme und konnte den Speed nicht mitgehen. Auch Olli war anfangs gut dabei, beendete den ersten Turn sogar als Erster, knapp vor Rolf. Im Weiteren fuhr Rolf einen immer größeren Vorsprung heraus, und beendete die Gruppe als Erster. 219,00 Runden legte er vor. Es würde sich zeigen, was diese Zahl wert war. Leider hatte Olli in der letzten Minute des letzten Turns mal wieder mit dem Defektteufel zu kämpfen. Diesmal war es kein Abdeckeln, sondern ein Karakassenbruch führte zu Vibrationen, die das Zahnrad lockerten. Fahrzeugstillstand bei Motorhöchstdrehzahlsetzten seinem Rennen dann 30 Sekunden vor Schluss ein jähes Ende.

Die vierte Startgruppe war ebenfalls von heißen Positionskämpfen geprägt. Jens, Kay und Jörg fuhren quasi Rad an Rad. Im Lauf des Rennens wurde daraus ein Zweikampf zwischen Jens und Jörg, Jens meist mit einer Runden vorne. Im Lauf des Rennens gingen allerdings die Rundenzeiten etwas runter, vermutlich wegen zunehmenden Gripps und steigender Raumtemperaturen (Stichwort: Pumakäfig). Im vorletzten Lauf musste Julian zum Service und verlor dadurch ca. 30 Runden, die natürlich nicht mehr aufzuholen waren. Jörg auf Grün verlor im 4. Turn zwei weitere Runden auf Jens, der auf Weiß unterwegs war. Jens setzte sich in der Gruppe am Ende durch.

Das Fernduell zwischen Jens und Rolf blieb dennoch weiter spannend. Vor dem letzten Turn hatte Jens 174 Runden, er musste also auf Orange 45 Runden fahren um Rolf von der Spitze zu verdrängen. Am Ende schaffte er es nicht, mit 218,22 Runden blieb er eine dreiviertel Runde hinter Rolf, der damit den Tagessieg herausfuhr. Dritter wurde Jörg.

MiniZ

Die Quali mutierte zum Festival der 7,8er Zeiten! Eine 7,9, die in früheren Zeiten für die Pole und einen Rennsieg gereicht hätten, produzierte jetzt einen Startplatz in der dritten (!) Startgruppe. Haarscharf an der Krabbelgruppe vorbei. Zeiten sind das! Jens sicherte sich mit einer 7,658 die Pole. Rolf, der Sieger des GT24 Rennens, landete trotz einer 7,9 in der dritten Startgruppe! Au weia!

Tja, und hiersollte eigentlich der Bericht über die Rennen der Startgruppen stehen, den ich am Rennabend schon zu 90 % fertiggestellt hatte.

Leider hat sich WORD heute Morgen entschieden, diesen Teil im Datennirwana verschwinden zu lassen und auch trotz gutem Zureden, Bestechungsversuchen und Einsatz diverser Helferlein nicht wieder rauszurücken.

So kann ich an dieser Stelle nicht wie sonst die Positionskämpfe der einzelnen Gruppen kommentieren, sondern nur einige Highlights, die mir in Erinnerung geblieben sind.

Da wäre zunächst einmal Vincent, der in der Krabbelgruppe doch tatsächlich seinen Papa mit drei Runden hinter sich ließ.

In der 3. Startgruppe lieferten sich Rolf und Stefan ein Duell, wie es im Rennzirkus wohl selten zu sehen ist. Im ersten Turn waren beide nach ca. 30 Sekunden gleich auf und fuhren Rad an Rad an der Spitze des Feldes. Mal war Stefan eine Wagenlänge vorne, mal Rolf. Wegziehen konnte keiner von beiden. Mit dem Messer zwischen den Zähnen fuhren sie beide bis zum Ende des Turns dreieinhalb Minuten am Limit, aber vor allem fair und ohne Tricks und ohne dass die anderen Fahrer der Gruppe von diesem Duell profitieren konnten. Beim Ausrollen kamen beide Renner dann auch noch auf gleicher Höhe zum Stehen! That’s racing!! Rolf legte dann in dieser Gruppe 149,79 Runden vor, ein dickes Brett, das keiner der Fahrer aus der 2. Gruppe bohren konnte. Rolf blieb in Führung.

Die erste Startgruppe war anfangs etwas nervös, was sich in einem Crash direkt in der ersten Runde zeigte. Jens und Jörg lieferten sich ein Duell auf Augenhöhe, allerdings mit minimalen Vorteilen bei Jens. Jörg fehlte das letzte Quentchen Glück (oder war es die Konzentration?), er hatte mehrere Abflüge, die ihn zurückwarfen. Im letzten Turn war schon klar, dass außer Jens niemand in der Lage sein würde, die vorgelegten Runden von Rolf zu knacken und auch Jens konnte erst in den letzten 30 Sekunden so zulegen, dass er verdient mit 27 Teilstrichen Vorsprung das MiniZ Rennen für sich entscheiden konnte.

Was fällt mir noch dazu ein? Ach ja, Olli konnte diesmal ohne Defekt das Rennen beenden. To finish first, you have to finish, first!

Alles in Allem war es wieder ein schöner und entspannter Renntag. Dem Serienverantwortlichen, dem Bahnbetreiber und der Chefin des Hauses sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

Und vielen Dank auch an meine Assistentin, die Paparazzina Michelle, die dafür gesorgt hat, dass ich auch mal auf einigen Fotos zu sehen bin.

Wir freuen uns auf das nächste Rennen der GT24ERS / MiniZ am 30.09.2017 auf dem Slotway Lausitz in Lauchhammer. Bis dahin

Euer Paparazzo!

So, und jetzt muss ich mir erst mal meine Blase am Zeigefinger verarzten gehen, die mir das Duell mit Stefan eingebracht hat. Schönen Dank auch, Stefan! ;-)

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